Siegfried Müller: Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun

Wie außerordentlich wichtig es ist, dass sich die Kinder Gottes auf den Namen Jesus berufen, sagte der Herr in aller Eindringlichkeit schon damals zu seinen Jüngern in Joh 14,12-14. Er versicherte ihnen, dass sie keinerlei Furcht haben müssten, wenn er zu seinem Vater in den Himmel zurückkehren werde. – Er munterte sie regelrecht auf und sagte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und wird noch größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater. Und was ihr bitten werdet in meinemNamen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn. Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun“ (Joh 14,12-14). D. h.: All das, was ihr nicht tun könnt, das will ich für euch tun. In Vers 14 bekräftigt Jesus diese Zusage dadurch, dass er nochmals die gleichen Worte betont und sagt: „Was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“
Herrlich klingen diese Worte in unseren Ohren, zumal wir wissen, dass Jesus diese Zusage nicht den Ungläubigen gab, sondern für die Seinen, die ihm nachfolgten. Mit deutlichen Worten hinterließ er ihnen, dass sie nicht nach eigenen Ideen oder Gutdünken handeln sollen, sondern „die Werke, die ich Jesus tue“, fortsetzen sollen. Durch das Fortsetzen „seiner Werke“ bleiben die Jünger an Jesus gebunden. Wir „kleine Wesen“ werden also bevollmächtigt, das Riesenwerk Jesu weiterzuführen.
Wenn ich über diese starken Worte des Herrn nachdenke, so muss ich sagen: – Herr ich fühle mich wie ein Werkzeug, das vor dir liegt und auf das Berühren deiner Hand wartet. – Ich möchte mich von dir gebrauchen lassen. – Wie sehr würde ich mich freuen zu sehen, was du durch mich tust. – Herr, in mir ist nicht die Kraft, um das zu tun, was du möchtest, aber ich bin bereit, mich von dir gebrauchen zu lassen.
Bei unserem Text fällt auf, dass der Herr zu den Jüngern nicht sagte: „Was ihr einen Engel oder einen Schutzpatron bitten werdet, wird euch gegeben werden.“ Nein, er sagte: „Was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das will ich tun.“ Es ist also wichtig, dass wir uns in unseren Gebeten auf den Namen Jesus berufen. Durch Gebet bleiben wir mit ihm verbunden. Jesus sagte dies nicht zu den Ungläubigen und zu den ewigen Zweiflern, sondern nur zu den Seinen. Im Namen Jesu beten heißt in Vollmacht beten. Die Vollmacht besteht darin, dass Jesus seinen wunderbaren Namen zur Verfügung stellt und wir unter dessen Schutz und Wirkung zum Vater kommen.
Wer also in der Vollmacht Jesu betet, braucht keine Fürbitte der Heiligen oder Verstorbenen mehr. Wie ein bestimmter Name bei der Bank allen Kredit ermöglicht, so öffnet sich im Namen Jesus der Zugang zum Vater.
Wenn wir über diese starken Worte unseres Herrn nachdenken, wird uns klar, dass es ihm eine regelrechte Freude ist, unsere Gebete zu erhören. In Psalm 81,11 weist der Herr darauf hin, was er für uns tat und wie er nun von uns erwartet, in welcher Weise wir ihn anbeten sollen, - deutlich sagt er: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland geführt hat. Tue deinen Mund weit auf, lass mich ihn füllen!“ Welch eine Aufforderung zum Gebet! Unser Mund ist wie ein Trichter, durch den Gott uns mit der Kraft seines Geistes erfüllen will, damit wir Vollmacht haben.
Von unseren menschlichen Vorstellungen her würden wir zwar um geringere Dinge bitten, weil wir so wenig vorzuweisen haben. Beten bzw. ihn lobpreisen sollte für uns genauso einfach sein wie den Mund aufzutun zu einer normalen Unterhaltung. Wenn es einem Menschen mit Gott ernst ist, dann tut er seinen Mund weit auf. So und nicht anders erwartet der Herr, dass wir ihn anbeten, denn schließlich hat er uns ebenso aus „Ägypten“ herausgeführt, wie er es auch damals bei den Israeliten tat.
Oftmals frage ich mich, wo ist der Dank all derer, denen Jesus half? Schon des Öfteren machte ich die Erfahrung, dass es heute noch so ist, wie es schon damals zur Zeit Jesu bei den undankbaren neun Aussätzigen war, welche, nachdem sie der Herr heilte, ihre Straße zogen und nicht mehr zurück zum Herrn kamen, um ihm Dank zu sagen. Heilung ist im Lobpreis. Überschütten Sie doch den Herrn mit Lobpreis. Solchen, die unter schrecklichen Depressionen schmachten und nicht mehr ein noch aus wissen,wie es bei ihnen weitergehen wird, denen möchte ich in aller Deutlichkeit sagen, tun Sie gerade das, nachdem Ihnen derzeit nicht zumute ist, und singen Sie dem Herrn Loblieder. Beten Sie ihn laut an, dann werden die Schwermutsgeister Reißaus nehmen. Lobpreis ist die beste Therapie.
Weil der Herr Jesus uns so viel gegeben hat, fordert er uns auf, um noch mehr zu bitten und noch mehr von ihm zu erwarten. Erwarten Sie heute, dass er auch Ihr Gebet erhört? Sehen wir doch die jungen Vögel in ihren Nestern an. Sie scheinen ganz und gar Schnabel zu sein, wenn die Mutter kommt und sie füttert. Wer also beim Beten seinen Mund am weitesten auftut und den Herrn kühn um mehr Segen bittet, dem gibt er ein voll gerüttelt und geschüttelt Maß. Wir wollen den Segen Gottes durch alle Türen hereinholen, indem wir Gott mit Herzen, Mund und Händen loben.
Unser Text sagt aber auch, dass wir kühn vor Gott hintreten und große Segnungen von ihm erbitten sollen. Jesus wurde nun nach dem Gang zum Vater selber zum Schenkenden. Der dreizehnte Vers enthält eine große Überraschung: Statt dass es heißt „das wird der Vater tun“, heißt es, „das werde ich tun!“ Nur derjenige versteht diesen Ausspruch, der begriffen hat, dass Jesus Gott und mit dem Vater eins ist. Sagt er doch an einer anderen Stelle: „Wer mich sieht, der sieht den Vater!“ Gerade diese innere Einheit beinhalten ja die letzten Worte in Vers 13, wo es heißt: „Damit der Vater verherrlicht werde in dem Sohne.“ Was Jesus auf Erden tat – nämlich den Vater verherrlichen –, das setzt er nun im Himmel fort.
Ist es auch Ihr Begehren, dass Sie ganz im Willen Gottes nicht nur sein wollen, sondern Sie sich auch von ihm gebrauchen lassen möchten? Da Christus beim Vater zu dessen Rechten seinen Platz eingenommen hat, weiß ich, dass er dort auch den Namen all derer nennt, die für ihn bzw. zu seiner Ehre wirken und für das Himmelreich etwas tun. So wie er unseren Namen beim Vater nennt, so wollen wir den seinen bei den Menschen nennen. Da der Herr Jesus sagt: „Und was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun“, dürfte doch dem Letzten unter uns klar sein, dass göttliche Heilung durch Lobpreis geschieht. Wenn Sie ein besonderes Gebetsanliegen haben, dann sollten Sie den Herrn mit Lobpreis regelrecht überschütten. Sagt er doch: „Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, wo ich ihm zeige mein Heil.“ Hier ist nicht ein finanzielles Opfer gemeint, sondern ein Dankopfer unserer Lippen, dass wir dem Herrn von ganzem Herzen so danken, wie es uns in Psalm 103 in den Versen 2–5 gesagt wird: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: Der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler.“
Also, wer Gott ein Dankgebet seiner Lippen opfert, dem zeigt er den Weg, wie er Hilfe empfängt. Der Schlüssel zu Gebetserhörungen liegt nicht im Jammern und Seufzen, sondern einzig und allein darin, dass wir zu unserem himmlischen Vater kommen und ihn im Namen seines Sohnes Jesus Christus bitten. Was wir also in dessen Namen bitten werden, das will der Herr Jesus auch tun. Ich meine, das sollten wir praktizieren und ihn gerade jetzt anbeten. Falls Ihr Herz durch irgendeine Not beschwert sein sollte, dann wollen wir das dem Herrn Jesus jetzt sagen und zu ihm beten: Geliebter Herr Jesus, Du bist gegenwärtig durch Dein Wort. Ich habe mit diesen vorangegangenen Zeilen versucht Dein Wort so zu verkünden, wie es mir durch den Heiligen Geist in mein Herz gelegt wurde. Wir berufen uns auf Deine Zusage: „Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.“ Also all das, was wir nicht tun können, wozu wir einfach nicht in der Lage sind es zu tun, das willst Du für uns tun. – Ich bitte Dich, hilf in Besonderheit denen, die nicht mehr weiter wissen und auf Dein konkretes Eingreifen dringend angewiesen sind.
– Amen
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Ein Artikel von Glaube.de mit freundlicher Genehmigung vom Missionswerk Karlsruhe www.missionswerk.de
Textbearbeitung: Jürgen Motzkus, ehrenamtlicher Redakteur bei www.glaube.de
Dieser Artikel ist in der Zeitschrift "Der Weg zur Freude" Ausgabe vom Januar 2004 erscheinen.
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