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18-01-10

Bayless Conley: Gottes Strenge Teil 1

Heute werden wir uns mit einem Bibelvers beschäftigen, den viele gerne umgehen. „Bedenket die Güte und die Strenge Gottes." Gott ist einerseits gütig und Er ist auch streng.


Die Bibel sagt, es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu gelangen. Wenn Sie meinen zu wissen, was ich sagen werde, wette ich, dass es nicht zutrifft! Ich fordere Sie einfach heraus zuzulassen, dass Gottes Wort Ihnen Klarheit gibt. Wenn Sie eine Bibel haben, nehmen Sie sie. Wenden wir uns Gottes Wort zu.

Im elften Kapitel des Römerbriefes spricht Paulus darüber, dass die Mehrzahl der Israeliten zu seinen Lebzeiten Christus, den Messias, ablehnten. Ihre Ablehnung des Messias öffnete die Türen dafür, dass die Heiden Zugang zu Gottes Reich bekamen. Er gebraucht eine sehr kraftvolle, bilderreiche Sprache und erklärt, dass Israel natürlichen Reben und Zweigen des Weinstocks entspricht, die abgehauen wurden und dass die Heiden wie wilde Weinreben sind, die in den natürlichen Weinstock, die ursprüngliche Pflanze, eingepfropft wurden. Und dann sagt er etwas wirklich Bemerkenswertes in Römer 11:22.

Römer 11:22
„So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes; die Strenge gegen die, welche gefallen sind; die Güte aber gegen dich, sofern du bei der Güte bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden!"

Bedenkt die Güte und die Strenge Gottes. Ich möchte heute über die Strenge Gottes sprechen. Wir werden uns in den verbleibenden Wochen des Monats mit Gottes Güte beschäftigen und darüber nachdenken, aber jetzt schauen wir uns einen Aspekt des Charakters Gottes an, den manche fast vergessen. Gott ist ein gerechter Richter. Gott ist ein Gott des Rechts und der  Gerechtigkeit und ebenso ein Gott der Liebe und der Barmherzigkeit. Diese beiden Seiten Seines Charakters widersprechen sich nicht, vielmehr ergänzen sie sich. Wir werden uns drei Bereiche ansehen, wo Gott richtet und über Gottes Gerechtigkeit sprechen. Und ich denke, das gehört ganz bestimmt in die Kategorie der Strenge Gottes, die wir bedenken sollen. Sind Sie bereit, heute Morgen mit mir darüber nachzudenken? Gut, schauen Sie sich Galater, Kapitel 6 an. Galater 6:7.

Galater 6:7-8
„Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht verspotten! Denn was ein Mensch sät, das wird er auch ernten.
Denn wer auf sein Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, wird vom Geist ewiges Leben ernten."

Was wir säen, werden wir letztlich ernten. Wir werden ernten. Er sagt, dass Gott sich nicht verspotten lässt, weil Gott dieses Gesetz in Kraft gesetzt hat. Es ist kein direktes Gericht Gottes, sondern eher indirektes Gericht Gottes. Sünde birgt Gericht in sich. Gott hat dieses unausweichliche Gesetz von Saat und Ernte in alle Bereiche des Lebens hineingelegt. Und er sagte: „Lasst euch nicht täuschen. Es ist unausweichlich. Gott lässt sich nicht verspotten. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten."

Und daraus entsteht... weil Gott, wie gesagt, das Prinzip in Kraft gesetzt hat... im Leben vieler Menschen ein indirektes Gericht Gottes. Darüber müssen wir nachdenken.

Markieren Sie diese Stelle in Ihrer Bibel, wir kommen wieder auf den Galaterbrief zurück, und schauen Sie sich bitte mit mir 1.Mose, Kapitel 27 an. Ich möchte Ihnen nur ein paar Beispiele dafür zeigen, wie dieses Gesetz sich auswirkt, wie dieses indirekte Gericht auf Menschen kommt.

Hier finden wir die Geschichte von Jakob und Esau, den Söhnen von Isaak und Rebekka. Isaak liebte Esau, er war ein wilder Junge. Er jagte gerne und war gerne draußen. Wir sehen ihn auch deshalb als einen wilden Mann an, weil die Bibel sagt, dass er außergewöhnlich behaart war. Sein Bruder Jakob dagegen ist ein Muttersöhnchen. Er hielt sich gerne bei den Zelten auf. Mama hatte mehr Gefallen an ihm als an Esau. Eines Tages jagt Esau draußen und kommt total ausgehungert nach Hause. Und Jakob macht seinem Namen alle Ehre... er bedeutet „Betrüger" oder „Umstürzler"...sieht eine Schwäche bei Esau, die er sich zunutze macht. Jakob bereitete ein wunderbares Linsengericht, eine Schüssel oder vielmehr einen ganzen Topf voll. Und Esau sagt: „Bruder, gib mit etwas von deinem Essen. Ich bin total ausgehungert!" Und Jakob sagt: „Kein Thema, gib mir einfach dein  Erstgeburtsrecht." Das Erstgeburtsrecht hatte große Bedeutung. Dem Erstgeborenen stand allerhand zu. Jakob sieht hier eine Gelegenheit, die Situation zu seinen Gunsten zu manipulieren und Esau sagt: „Nun, wenn ich tot bin, bringt mir das sowieso nichts mehr. Klar, du kannst es haben. Ich muss endlich essen!" Und er verkaufte sein Erstgeburtsrecht für eine Schüssel Linsen. Es war total verkehrt von Esau, sein Erstgeburtsrecht so leicht zu nehmen, aber es war genauso verkehrt von Jakob, durch Manipulation etwas zu ergaunern, was ihm nicht rechtmäßig zustand.

Etwas später ist Isaak im Begriff, Esau zu segnen - wiederum keine Kleinigkeit. Wenn die Patriarchen des Alten Testaments ihren Kindern Hände auflegten und sie segneten, war das prophetisch. Die Dinge geschahen. Sie segneten sie im Hinblick auf materiellen Wohlstand, Einfluss, Wachstum, ihre Familie und all diese Belange. Das war sehr bedeutsam. Aber bevor er ihn segnet, sagt Isaak zu Esau: „Geh hinaus auf das Feld, jage ein Wild und bereite mir ein schmackhaftes Gericht, wie ich es liebe, und dann werde ich dich segnen." Esau nimmt also Pfeil und Bogen und geht auf die Jagd. Nun, Rebekka sagt: „Jakob, komm her und tu, was ich dir sage. Zieh Esaus Sachen an, damit du wie Esau riechst." Sie nahm eine Ziege aus der Herde, tötete sie und bereitete ein schmackhaftes Essen.

Dann befestigte sie irgendwie etwas Ziegenhaar an Jakobs Armen, um Behaarung vorzutäuschen und sagte: „Bring das jetzt deinem Vater..." (der zu diesem Zeitpunkt blind war und nicht sehen konnte)..." und tu so, als ob du Esau wärst, dann bekommst du seinen Segen und nicht nur sein Geburtsrecht." Jakob gehorcht seiner Mutter und jetzt schauen Sie sich bitte mit mir 1.Mose 27:18 an.

1.Mose 27:18-24
„So ging er zu seinem Vater hinein und sagte: Mein Vater! Und er sagte: Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn? Da sagte Jakob zu seinem Vater: Ich bin Esau, dein Erstgeborener; ich habe getan, wie du zu mir geredet hast. Richte dich doch auf, setze dich, und iss von meinem Wildbret, damit deine Seele mich segnet! Isaak aber sagte zu seinem Sohn: Wie hast du es denn so schnell gefunden, mein Sohn? Er sagte: Weil der Herr, dein Gott, es mir begegnen ließ. Da sagte Isaak zu Jakob: Tritt doch heran, dass ich dich betaste, mein Sohn, ob du wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht! Und Jakob trat zu seinem Vater Isaak heran; und er betastete ihn und sagte: Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Hände sind Esaus Hände. Und er erkannte ihn nicht, weil seine Hände behaart wie die Hände seines Bruders Esau waren. Da segnete er ihn. Und er sagte: Bist du wirklich mein Sohn Esau? Er aber sagte: Ich bin's."

Nun, Jakob geht und Esau kommt zurück und bringt dem Vater das Wildbret. Wir lesen ab Vers 33.

1.Mose 27:33-36
„Da erschrak Isaak mit großem Schrecken über alle Maßen und sagte: Wer war denn der, der ein Wildbret erjagt und mir gebracht hat, dass ich von allem gegessen habe, bevor du kamst und ich ihn gesegnet habe? Er wird auch gesegnet bleiben. Als Esau die Worte seines Vaters hörte, da schrie er mit lautem und erbittertem Geschrei über alle Maßen und sagte zu seinem Vater: Segne mich, auch mich, mein Vater! Er aber sagte: Dein Bruder ist mit Betrug gekommen und hat deinen Segen weggenommen. Da sagte er: Heißt er darum Jakob, weil er mich nun schon zweimal betrogen hat? Mein Erstgeburtsrecht hat er genommen, und siehe, jetzt hat er auch meinen Segen genommen! Und er sagte: Hast du mir keinen Segen aufbehalten?"

Und sein Vater segnete ihn, aber mit einem weit geringeren Segen. Nun, Jakob muss in eine andere Stadt fliehen, weil Esau ihn umbringen will. Und Rebekka sagt: „Geh doch zu Onkel Laban und wohne dort." Also taucht er bei Onkel Laban auf und Onkel Laban hat zwei Töchter, Rahel und Lea. Und sobald Jakob Rahel sah, war er ihr verfallen. Er fiel hart. Wissen Sie, Rahel war hübsch. Sie war hinreißend. Lea war nett. Also sagte er zu Onkel Laban: „Onkel, ich will Rahel heiraten!" Und Laban sagt: „Gut, arbeite sieben Jahre für mich und sie gehört dir." 

Wir steigen bei der Geschichte ein... schauen Sie sich bitte mit mir 1.Mose 29:20 an.

1.Mose 29:20-23
„So diente Jakob für Rahel sieben Jahre; und sie waren in seinen Augen wie einige wenige Tage, weil er sie liebte. Und Jakob sagte zu Laban: Gib mir nun meine Frau! Denn meine Tage sind erfüllt, dass ich zu ihr eingehe. Da versammelte Laban alle Männer des Ortes und veranstaltete ein Mahl. Und es geschah am Abend, da nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm; und er ging zu ihr ein."

Schauen Sie sich Vers 25 an.

1.Mose 29:25
„Und es geschah am Morgen, siehe, da war es Lea. Da sagte er zu Laban: Was hast du mir da angetan? Habe ich nicht für Rahel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen?"

Sieh mal an, Jakob! Jemand gibt sich als jemand anders aus! „Irret euch nicht. Gott lässt sich nicht verspotten. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten."

Aber hören Sie, als Jakob erntete, erntete er ein gutes, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß. Das Problem wird er bis zum letzten Atemzug nicht mehr los. Er erntete genau das, was er säte.

Etwas später sprach er zu seinen beiden Frauen und sagt... und Laban sagt: „Gut, ich werde dir auch Rahel geben. Du musst weitere sieben Jahre arbeiten." Er schuftet also 14 Jahre wegen der beiden Frauen und sagt kurz, bevor er wegzieht: „Wisst ihr, ich habe eurem Vater von ganzem Herzen gedient und er hat mich betrogen! Zehn Mal hat er meinen Lohn verändert!" Mensch Jakob, sieh mal an, du wirst betrogen und bekommst nicht das, was dir rechtmäßig zusteht. Man, stell dir das mal vor! Er bekam genau das, was er säte, aber es kam zehnfach auf ihn zurück.

Ich erzählte diese Geschichte schon mehrmals. Es war meine erste Reise nach Australien und die ist gut 20 Jahre her. Pastor Gene Petrini begleitete mich und wir besuchten eine große Jugendkonferenz, die dort stattfand. Wir wollten einige der Leiter treffen, die diese Bewegung starteten und ihre Predigten hören. Wir waren in einer Versammlung und ein Gastsprecher aus den USA sprach. Ich hatte diese Haltung... weil ich die Australier hören wollte, die die Bewegung starteten... und lehnte mich, während er predigte, zu Gene und sagte: „Ich kam nicht extra aus den USA, um jemanden aus den Staaten predigen zu hören!" Und ich hatte nicht viel von der Predigt. Nun, ich denke, es war ein oder zwei Jahre später... ich sprach auf einer großen Konferenz in Sydney und ein Anbetungsleiter mit seiner Frau und einige andere aus unserer Gemeinde waren dabei. Ich beendete gerade eine große Versammlung und sie kamen danach zu mir und sagten: „Pastor, wir waren so sauer, während du gepredigt hast!" Ich sagte: „Warum?" Sie sagten: „Ein paar Amerikaner saßen hinter uns und sagten: ‚Wir kamen nicht extra aus Amerika, um einen Amerikaner predigen zu hören!‘ Sie redeten pausenlos darüber!" Ich fühlte mich etwa so groß! Was ich Gene ins Ohr flüsterte, kam auf mich zurück und mir wurde klar, dass ich das erntete, was ich gesät hatte.

Das war eine gute Lektion. Und Gott sei Dank war die Lektion nicht besonders schwierig. Tatsache ist: Gott hat dieses Gesetz in das Leben hineingewoben. Sie müssen aufpassen, wie Sie Ihre Geschäftspartner, Ihre Mitarbeiter und Ihre Kunden behandeln. Sie nehmen vielleicht ein paar Abkürzungen und machen schnell Fortschritte, aber das, was Sie säen, wird Ihnen wieder begegnen.

Und wenn es zurückkommt, kommt es doppelt und dreifach zurück. Wie wir andere Menschen behandeln, in persönlichen Beziehungen, in der Ehe und auf anderen Ebenen, kommt auf uns zurück!

Dahinter steht ein Gesetz, dem sich niemand von uns entziehen kann.

Bedenken wir das gemeinsam... schauen Sie sich mit mir ein weiteres Beispiel an: 2.Samuel 23.

Ich werde jetzt kurz über David sprechen. Im 2.Samuel, Kapitel 23 finden wir eine Auflistung, und zwar eine wichtige!
 
2.Samuel 23:8
„Dies sind die Namen der Helden Davids..."

Sie werden aufgezählt und einige ihrer Heldentaten. Die genannten Männer sind die ehrenhaftesten, berühmtesten und beliebtesten Männer in ganz Israel. Jeder ist David gegenüber total loyal und David kennt jeden von ihnen. Vor diesem Hintergrund schauen Sie sich den letzten Mann an, der in Vers 39 aufgelistet wird.

2.Samuel 23:39
„Uria, der Hetiter. Das sind zusammen siebenunddreißig."

Dieser Mann Uria war einer der besten Männer Davids: Ein loyaler und berühmter Mann, ein mächtiger Krieger, jemand, der jederzeit für David sein Leben lassen würde. David wusste das.

Gehen Sie im selben Buch zu Kapitel 11 zurück. Die Armee ist zum Kampf ausgerückt. David bleibt in Jerusalem zurück und in Vers 2, im 2.Samuel 11:2 steht:

2.Samuel 11:2-5
„Und es geschah zur Abendzeit, dass David von seinem Lager aufstand und sich auf dem Dach des Königshauses erging. Da sah er vom Dach aus eine Frau baden. Die Frau aber war von sehr schönem Aussehen. Und David sandte hin und erkundigte sich nach der Frau. Und man sagte: Ist das nicht Batseba, die Tochter Eliams, die Frau Urias, des Hetiters? Da sandte David Boten hin und ließ sie holen. Und sie kam zu ihm, und er lag bei ihr. Sie hatte sich aber gerade gereinigt von ihrer Unreinheit. Und sie kehrte in ihr Haus zurück. Und die Frau wurde schwanger. Und sie sandte hin und berichtete es David und sagte: Ich bin schwanger."

David überlegt sofort, wie er das Ganze vertuschen kann. Er benachrichtigt Joab und sagt: „Sende Uria aus der Schlacht zu mir." Uria kommt zum Palast. David sagt: „Ich habe dich hergerufen. Wie geht es dir, Uria?" „Nun, gut, Hoheit." „Wie geht es Joab?" „Nun, ihm geht es gut." „Wie läuft die Schlacht?" „Es geht gut voran, mein Herr." David sagt: „In Ordnung, geh nach Hause, morgen schicke ich dich wieder in die Schlacht." Aber statt nach Hause zu seiner Frau zu gehen, schläft Uria mit den Knechten auf Davids Veranda. David erfährt davon... und David hatte sogar ein Geschenk nach Hause geschickt. Er ruft Uria und sagt: „Warum hast du nicht zuhause bei deiner Frau geschlafen?"

Uria sagte: „David, das wäre nicht in Ordnung! Meine Brüder setzen ihr Leben aufs Spiel und schlafen auf offenem Feld. So etwas würde ich nie tun und meine Brüder dadurch entehren! Sollte ich bei meiner Frau liegen, während meine Brüder ihr Leben aufs Spiel setzen? Erst wenn Sie zu ihren Familien zurückkehren, werde ich zu meiner Familie gehen!"

Was für eine Loyalität! Und David denkt vielleicht: „Du schläfst nicht mit deiner Frau? Ich tat es!"

Also dachte David: „Das funktioniert nicht." Er sagt: „Bleib noch einen weiteren Tag hier und dann schicke ich dich zurück." David lässt ihn am nächsten Abend wieder kommen, macht ihn betrunken und denkt: „Gut, jetzt habe ich ihn etwas kleingekriegt. Jetzt wird er zu seinem Haus torkeln, mit seiner Frau schlafen und denken, das Baby wäre von ihm." Aber Uria, der, wie gesagt, ein absolut integerer und ehrenwerter Mann war, schläft wieder bei Davids Knechten auf der Veranda und geht nicht zu seiner Frau. David sagt: „Das klappt alles nicht." Also schreibt er einen Brief, versiegelt ihn, gibt ihn Uria und sagt: „Gib ihn Joab, wenn du wieder in den Kampf ziehst. Danke, dass du gekommen bist."

Er gibt ihn Joab. Joab, der große General, öffnet ihn. Dort steht: „Töte Uria. Setzte ihn dort ein, wo die Schlacht am heftigsten ist und lass alle anderen abrücken, damit er stirbt." Und Joab tut das. Als David mitbekommt, dass Uria tot ist, nimmt er sich Batseba zur Frau. Er denkt: „Gut, es ist vertuscht. Niemand wird davon erfahren."
 
Das Baby wird geboren und dann kommt eines Tages der Prophet Nathan zu David und sagt: „In Israel ist etwas passiert, was du erfahren musst." Er sagt: „Es gibt einen Mann, der sehr arm ist und nur ein kleines Lamm hat. Es ist wie eins seiner Kinder. Es hat aus seiner Tasse getrunken und kam in sein Haus." Das ging David sofort zu Herzen. Er war ein Hirte. David wusste, dass ein Hirte da draußen auf den Feldern seine Schafe liebt. Jedes einzelne hat einen besonderen Charakter und man gibt jedem einen Namen. Und David sagte: „Ja, ja, was ist dann passiert?" Er sagt: „Nun, sein Nachbar, ein wirklich reicher Mann... der viele Herden hat... bekommt Besuch. Und statt ein Schaf oder eine Ziege aus seinen Beständen, seinen Herden, zu nehmen, geht er zu dem armen Nachbarn, nimmt sein einziges kleines Lamm weg, tötet es und setzt dann die Mahlzeit seinem Gast vor." David ist außer sich und sagt: „Der Mann, der das getan hat, wird sterben!" Nathan sagt: „Gut, du bist das! Du bist dieser Mann, David." Wir steigen in Kapitel 12 ein. Das ist sehr ernüchternd.

2.Samuel 12:7-14
„Da sagte Nathan zu David: Du bist der Mann! So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt, und ich habe dich aus der Hand Sauls gerettet, und ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben und die Frauen deines Herrn in deinen Schoß und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben. Und wenn es zu wenig war, so hätte ich dir noch dies und das hinzugefügt. Warum hast du das Wort des Herrn verachtet, indem du tatest, was böse ist in seinen Augen? Uria, den Hetiter, hast du mit dem Schwert erschlagen, und seine Frau hast du dir zur Frau genommen. Ihn selbst hast du ja umgebracht durch das Schwert der Söhne Ammon. Nun denn, so soll das Schwert von deinem Haus auf ewig nicht weichen, dafür, dass du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, damit sie deine Frau sei. So spricht der Herr: Siehe, ich lasse aus deinem eigenen Haus Unglück über dich erstehen und nehme deine Frauen vor deinen Augen weg und gebe sie deinem Nächsten, dass er bei deinen Frauen liegt vor den Augen dieser Sonne! Denn du, du hast es im Verborgenen getan; ich aber, ich werde dies tun vor ganz Israel und vor der Sonne! Da sagte David zu Nathan: Ich habe gegen den Herrn gesündigt. Und Nathan sagte zu David: So hat auch der Herr deine Sünde hinweg getan, du wirst nicht sterben. Nur weil du den Feinden des Herrn durch diese Sache Anlass zur Lästerung gegeben hast, muss auch der Sohn, der dir geboren ist, sterben."

Alles, was Nathan David geweissagt hat, ist geschehen. Unglück aus dem eigenen Haus: Einer seiner Söhne, Amnon, vernarrte sich in seine Halbschwester, Tamar. Er vergewaltigt sie brutal und wirft sie hinterher hinaus.  Nachdem er sie vergewaltigte, hasste er sie. Nun, ihr Bruder Absalom bringt Amnon um. Das brach Davids Herz. Vergewaltigung, Inzest und Mord geschehen in seiner eigenen Familie! Und dann reißt Absalom das Reich an sich und vertreibt David. Und Absalom baut ein großes Zelt auf dem Dach auf, holt sich alle Konkubinen Davids, seine Frauen, wie es hier steht, und schläft mit allen vor den Augen von ganz Israel. Und das Kind stirbt, wie Nathan es sagte. David erntete, was er gesät hat. Dort steht, dass der Herr es tat, aber nur indem Er das Gesetz in Kraft setzte, dass wir ernten, was wir säen. Sünde bringt unweigerlich Gericht mit sich. 

Vielleicht sagen Sie: „Stand dort nicht, dass der Herr David vergeben und seine Sünde hinweg getan hat?" Ja, aber bedenken Sie Folgendes: Erst nachdem David bloßgestellt worden ist, nicht weil David die Sache von sich aus bereinigte; nur weil Nathan ihn bloßstellte. Über ein Jahr lang verbarg David seine Sünde. Er hatte niemals vor, Buße zu tun! Seine Beziehung zu Gott war zerbrochen. Ein Jahr lang hatte er keine Beziehung zu Gott. Und es ging immer so weiter. Der Lauf der Dinge brachte mit sich, dass David jetzt die Frucht seiner Saat kosten musste. Dieses Gesetz wirkt unweigerlich.

Wir hatten Nachbarn, die Feigenbäume in ihrem Garten hatten. Sie standen bis dicht an unserem Zaun und ständig fielen Blätter und Feigen auf unser Grundstück. Ich riss einige aus, die bereits Wurzeln schlugen, aber einen ließ ich stehen. Wissen Sie, scheinbar über Nacht stand ein 4 Meter hoher Feigenbaum, der Früchte brachte, auf unserem Grundstück. Und ich aß seine Früchte.

So wirkt die Sünde. Es gibt einen Kreislauf. In Jakobus 1:15 steht, dass Sünde, wenn sie vollendet ist, Tod und Zerstörung bewirkt. Es ist ein Prozess. Sünde ist wie ein Same. Irrt euch nicht. Gott lässt sich nicht verspotten. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Gut, der Same fällt auf den Boden und wenn dieser Prozess nicht unterbrochen wird, wird er keimen, wachsen, erst zu einem Bäumchen und dann zu einem ausgewachsenen Baum werden. Und wenn er Frucht trägt, werden wir die Frucht essen. Gott gab uns in Seiner Barmherzigkeit ein Hilfsmittel, um den Kreislauf vom Samen bis zur Frucht zu unterbrechen, und zwar das Schuldbekenntnis und die Umkehr.

Ich denke, wenn David irgendwann gesagt hätte: „Oh Gott, was habe ich getan? Vergib mir!" und dann niedergefallen wäre und umgekehrt wäre, hätte die Schaufel den Samen oder das Pflänzchen ausgegraben. Aber als Nathan David entlarvte, war der Baum schon ausgewachsen und trug reife Früchte. Nathan sagte: „David, du wirst die Früchte essen." David kehrte ernsthaft um und Gott sagte:
„Okay, ich kann dich nur vom Tod verschonen, so weit ist es nicht gegangen."

Gottes Barmherzigkeit führte dazu, dass Nathan diese Sünde aufdeckte, denn David hätte sie sonst mit dem Leben bezahlen müssen. Aber er musste die Früchte essen.

Wir müssen Gottes Strenge und auch Seine Güte bedenken. Wissen Sie, im 1.Korinther 11:31 steht, wenn wir uns selbst richten würden, würden wir nicht gerichtet. Sich selbst richten bedeutet nicht, sich selbst zu schlagen und zu verdammen, es bedeutet umzukehren. Bekennen Sie Gott Ihre Sünden und kehren Sie dann um, indem Sie das Richtige tun. Und wenn Sie das tun, gebrauchen Sie diese Schaufel der Umkehr. Sie graben den Samen der Sünde aus. Dann hat er keine Chance mehr, sich voll zu entfalten und entsprechende Früchte in Ihrem Leben zu tragen.

Erinnern Sie sich an meinen Feigenbaum? Ich hätte ihn sogar ausreißen können, als er bereits über einen Meter groß war... mitsamt der Wurzel hätte ich ihn ausreißen können. Aber als er 4 Meter groß war, war da nichts mehr zu machen! Die Frucht war da und zwar sehr reichlich. Das war ein indirektes Gericht Gottes und jeder von uns muss sich damit befassen.

 

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Ein Artikel von Glaube.de
Mit freundlicher Genehmigung von Antworten mit Bayless Conley e.V.
Quelle: Antworten mit Bayless Conley Predigt vom 17.01.2010
Textbearbeitung Jürgen Motzkus Redaktionsmitarbeiter bei Glaube.de
Foto: Bayless Conley
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