Helmut Steitz: Glauben ist....

Definition: Es handelt sich dabei um den christlichen Grundbegriff schlechthin. In diesem Begriff bündeln sich sämtliche Aussagen zum Verhältnis des Menschen zu Gott als dem Vater Jesu; und (nach NT) auch uns.
Es handelt sich um den Oberbegriff zu: Erlösung, Gericht, Gnade, Liebe, Hoffnung, Versöhnung, Sünde, Ewigkeit u.v.m..
Die Begriffserklärung "Glaube" ist daher nicht in eine einzige Formel zu fassen! Alle Definitionen wie: "In die Hände Gottes fallen lassen" od. "Glaube ist Gottvertrauen" sind ausnahmslos menschliche Verkürzungen des Gesamtbegriffs Glaube.
Glaube ist nie ein passives Anerkennen einer objektiven Größe, sondern neben der Erkenntnis Gottes eine Lebensführung, die von ganzem Herzen, von ganzer Seele (5.Mo.6,5), ungeteilt (1.Kö.8,61), völlig dem Herrn nach (4.Mo.32,12) (d.h. hinter dem Herrn her = also genau nach seinem Plan und Willen) geschieht. Es ist eine Gottesbeziehung, die den ganzen Menschen in seinem äußeren und inneren Verhalten umfasst.
Der Glaube ist im NT wie im AT das absolute Vertrauen, dass sich selbst dann von Gott nicht abbringen lässt, auch wenn Zweifel im Herz aufkommen! Ich glaube - hilf meinem Unglauben (Mk.9,24)
Das Wort Gottes hören, SEINE Wunder erleben oder erlebt haben, aber nicht glauben, das ist Sünde.
Woher kommt der Glaube? (Rö.10,17)
Der Glaube kommt aus dem Wort (aus der Verkündigung)!
Wenn die Bibel uns sagt, dass Gott das Wort ist (Joh.1,1), dann handelt es sich beim Glauben also nicht um eine menschliche Erfindung oder um Menschenwerk!
Die Bibel gibt uns folgende Hauptlinien des Verständnisses dessen, was Glaube ist:
1. Glaube ist Wissen
Die sprachliche Herleitung des Wortes glauben von "ge - loben", also beschwören können, zeigt, dass es sich beim Glauben um eine Sache handelt, deren man sich so sicher ist, dass man darauf einen Eid ablegen kann.
Sofern sich unser Glaube nicht auf eine bestimmte Sache, sondern auf eine Person (Gott, Jesus) bezieht, spricht die Bibel auch von "ver- loben"!
Christlicher Glaube bedeutet also: mit Gott verlobt (Hos.2,21+22), mit Jesus Christus wie "verheiratet" sein (Mt.9,15; Joh.3,29) Glaube ist das feste Wissen: Christus lebt in mir! (Gal.2.20) Sehr deutlich wird uns dies bei Hiob, der trotz seiner Tiefschläge, die er erfahren musste, die Gewissheit ausrief: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und als der letzte wird er über dem Staub stehen. (Hi. 19,25)
Damit macht Hiob klar, dass Gott alles in seinen Händen hat und das er über allen Umständen steht! Diese Heilsgewissheit konnte ihm niemand rauben.
2 .Glaube ist Entschluss
So sicher es Gott ist, der einen Menschen zum Glauben führt, genau so sicher ist es auch, dass der Mensch dazu "ja" sagen muss!
Glauben hat man nicht, zum Glauben kommt man. (Gal.2,16) Deshalb ist das erste Wort Jesu an das Volk: Kehrt um (tut Buße) und glaubt an das Evangelium! (Mk.1,15)
Glaube ist der Entschluss, dieser Aufforderung Jesu nachzukommen und sich somit von anderen Götzen abzukehren.!
Gott gab uns Menschen die freie Entschlussfähigkeit : Glaube und/oder Unglaube sind somit beide ein Entschluss des Menschen.
3. Glaube ist Gottesfurcht
Es handelt sich hierbei um die lebensgestaltende Beziehung des Menschen zu Gott!
Diese Beziehung lässt es zu, dass Gott das ganze Sein (Tun u. Handeln) des Menschen prägt! (5.Mo.6,5;Hi.1,1;) Die Gottesfurcht bewirkt, dass Gott sich stets an die Seinen (die, die ihn fürchten u. seinen Namen achten) erinnert und mit ihnen ist! (Mal.3,16-18;Lk.2,25-32)
4. Glaube ist Gottvertrauen
Dieses Vertrauen an den, der da war, der da ist und der da sein wird, lässt ein Zweifeln nicht zu! Denn so schreibt der Hebräerbriefschreiber: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht! (Hebr.11,1)
Es ist unmöglich, auf etwas fest zu vertrauen, an dem ich zweifle. Wenn ich Zweifel hege, ob es Gott gibt oder nicht, wie kann ich ihn dann (in einer Notsituation) urplötzlich suchen wollen ??? Der Hebräerbriefschreiber führt weiter aus: Wer sich Gott naht (wer ihn sucht), muss glauben, dass er ist! (Hebr.11,6) Dies beinhaltet ein uneingeschränktes Vertrauen darauf, dass der, der uns dies alles verheißen hat, auch tatsächlich tut - also IHN (Gott) für treu zu halten (Hebr.11,11) Dieses Vertrauen gilt es festzuhalten, denn wir werden dafür reich belohnt werden! (Hebr.10,35)
5. Glaube ist Bekennen
Ein verborgener, schweigender Glaube ist im Wort Gottes nicht bekannt. Im "Apostolischen Glaubensbekenntnis" erklären wir bekennend, dass wir glauben. Dabei bekennen wir nicht nur vor der uns sichtbaren Welt, sondern auch der unsichtbaren Welt, dass wir glauben.
Dieses Bekennen beinhaltet auch das Verkündigen. Denn, wer verkündet, der bekennt. Johannes schreibt: Was der Inhalt des Christenglaubens ist, das verkündigen wir euch! (1.Joh.1,3)
Christlicher Glaube wird im Herzen bewahrt und auf der Zunge getragen! (Rö.10,9+10)
Dabei bekennen wir nicht etwa unsere persönliche Meinung oder Auffassung, sondern das Glaubenszeugnis der Gemeinde Jesu - seiner Kirche!
Dies bedeutet, dass wir die frohe Botschaft gemeinsam weitersagen! Das griech. Wort für bekennen = homologein = gemeinsam aussagen!
6. Glaube ist Gehorchen
Jesus lehrt uns z.B. in der Bergpredigt, dass unserem Glauben auch Taten folgen müssen! Er sagt: Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt (Mt.5,13+14) und nicht, dass wir es vielleicht irgendwann einmal sein werden. Deshalb sendet er seine Jünger mit dem Missionsbefehl aus und fordert sie auf, alle Nationen zu Jünger zu machen, sie zu taufen und sie das halten zu lehren, was er ihnen befohlen hat. (Mt.28,16-20) Dies alles ist uns nur möglich, wenn wir glaubend gehorchen!
An dem, ob wir Täter des Wortes sind und nicht nur leere Schwätzer, werden uns andere Menschen - vor allem solche, die nicht glauben - messen.
Jakobus schreibt: So ist auch der Glaube, wenn er keine Werke hat, in sich selbst tot. (Jak.2,17)
Immer dann, wenn die Bibel von Umkehr (im Glauben/zum Glauben) spricht, bedeutet dies auch gleichzeitig die Hinkehr zu neuem Gehorsam!
7. Glauben ist erkennen
Wenn Glaube wirklich geglaubt wird (s. Gehorchen), dann ist er definierbar! Man kann diesen gelebten Glauben in Worte und Begriffe fassen. (1.Kor.8,6; 12,4-6; Joh.13,35)
Auch das "Apostolische Glaubensbekenntnis" z.B. ist nichts anderes, als eine sorgsam ausformulierte Beschreibung dessen, was nun eigentlich zum Christenglauben gehört und somit unaufgebbar ist!
Weil man den Glauben beschreiben kann, ist er auch lehr - und lernbar und man kann auch erkennen und lernen, was falscher Glaube und Irrlehre ist. Der Glaube des Herzens schaltet den Kopf des Glaubenden nicht aus! (1.Kor.14,15)
Glaube ist die Antwort auf einen klaren Ruf, welcher das Herz getroffen hat. Glaube ist die bejahende Antwort auf diesen Ruf! Nicht- Hören- Wollen ist Unglaube. Bitten wir doch den Herrn, auf diesen Ruf von Herzen "ja" sagen zu können!
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Ein Beitrag von Glaube.de
Autor: Glaube.de Mitglied Pepe (Helmut Steitz)
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Foto: sxc.hu
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